IT-Hilfe und Organisationsentwicklung für Schuldnerberatung & Anwaltskanzlei

Stellungnahme von Schuldnerberater/-innen zur geplanten Verfahrensverkürzung - Antrag zum 2. Deutschen Privatinsolvenztag in München am 4.11.2011:       


Verbraucherinsolvenz – für Arme bald ein Recht zweiter Klasse?

Die Bundesregierung plant eine Reform des Insolvenzrechts – unter Benachteiligung von Familien mit Kindern, Alleinerziehenden und Menschen mit geringem Einkommen.

Denn die geplante Verkürzung des Verfahrens auf drei Jahre soll nur für Menschen gelten, die es schaffen, in dieser Zeit mindestens 25 Prozent ihrer Schulden zu begleichen.

Diese Sonderregelung wird den schwierigen wirtschaftlichen Lebenslagen der allermeisten Ratsuchenden in den Schuldnerberatungsstellen nicht gerecht. 

Diese Menschen können sich damit, wie bislang, erst nach sechs Jahren von ihren Schulden befreien. Ein derart langer Zeitraum erhöht die Resignation und soziale Ausgrenzung und ist nach den Erfahrungen der Schuldnerberatungsstellen zu lang bemessen. Er wird weiterhin viele Menschen davon abhalten, den Weg einer Entschuldung zu gehen.

Wir, Schuldnerberater/innen aus unterschiedlichen Organisationen und Trägerbereichen, fordern die Bundesregierung auf, auch Familien, Alleinerziehenden oder Geringverdienern den Weg aus der Verschuldung zu erleichtern.

Wir halten eine Weiterentwicklung des Insolvenzrechts für geboten,dass allen Menschen gleiche Chancen bietet und die soziale Integration ermöglicht. 


Kirsten Anderfuhr-Kuk (Buchholz i.d.N.), Peter Becker (Düren),  Anette Becker (Wunstorf),  Rolf  Behn  (Echte), Sigi Beyer (Northeim), Erwin Bogena (Laatzen), Matthias Brömmel (Hamburg), Petra Brunke (Hameln), Michael Danker (Elmshorn), Kartsen Dieter (Berlin), Johannes Dirksen (Beverstedt), Christian Ernst (Hannover), Christoph Feige (Stade), Thomas Franzen (Walsrode), Jürgen Fuchs (Freistatt), Helmut Grand (Hamburg), Klaus Helke (Hannover), Sibylle Horstmann (Bad Bederkesa), Dieter Hülsebus (Norden), Wilfried Jahn (Berlin), Ingo Jensen (Karlsruhe), Ilona Kaula (Wolfenbüttel), Karlheinz Kämpker (Tostedt),  Thomas Klepin (Hildesheim), Angelika Krack (Burgdorf), Josch Krause (Münster), Rasmus Kröger-Vodde (Emden), Günter Meyer (Springe), Silke Otten (Ritterhude), Manfred Poscher (Bad Iburg), Bernd Preibisch (Hannover), Uli Preuss (Sulingen), Ute Räbiger (Einbeck),  Dagmar Riedlin (Burgdorf), Matthias Rieger (Cuxhaven), Matthias Schellmann (Großbeeren), Frank Schneemilch (Stuttgart), Thomas Seethaler (Heidelberg), Martina Sievers (Hannover), Birgit Sondermann (Hagen), Volker Sorg (Karlsruhe), Marius Stark (Neuss), Kathrin Stöhrer (Pforzheim), Sabine Taufmann (Bad Münder), Michael Thürnau (Springe), Joachim Trautner (Konstanz),  Peter Turks (Melle), Matthias Wenzel (Hannover), Werner Wirtgen (Duisburg), Iris Würdemann (Hannover), Thomas Zipf (Darmstadt)


Schuldnerberater/-innen aus 41 Städten und Gemeinden (Stand: 3.11.2011)